Frostfreiheit, Farbfragen und: Schichten über Schichten

Meine Güte, ich hätte nie und nimmer gedacht, wie aufwändig Lehmputz ist! Soviel von dem Zeug kann eine einzelne Wand doch gar nicht halten, mag man meinen. Ist ja auch schwer, der Lehm – und wenn er erdfeucht ist, dann kann er gefrieren. Kürzlich haben wir per Hänger und Minusgraden selbst welchen geholt; einen Bigpack feinste TK-Ware. Den muss man dann irgendwie abschlagen und im Haus erstmal auftauen lassen. Und bis man dann eine hübsch verputzte Wand hat, braucht man vier bis fünf Arbeitsgänge: Grundputz, Netzen, Oberputz, Abreiben, Feinputz – und dann war da noch irgendwas. Oder nicht? Aber wenigstens kriegen wir das Ganze einigermaßen schnell getrocknet – denn (tataaaa!!): WIR HABEN HEIZUNG! Schrieb ich das schon? Nun ist eine funktionierende Heizung eigentlich nichts, das man im Bild glaubhaft zeigen kann. Wenn da nicht: Lehmputz wäre – und eine Wandheizung. Man schaue sich das an:

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Schöne Sache, oder? Derzeit läuft das Aufheizprogramm – das eigentlich nicht für Lehm gedacht ist, sondern um den Estrich (also das harte Zeug auf’m Boden) trocken zu kriegen und zwar so, dass es nicht reisst. Dafür haben Heizthermen spezielle Aufheizprogramme – unseres geht über 30 Tage. Und ich sage Euch: Der Gaszähler tanzt! Wobei: Das Ganze läuft unabhängig von der Außentemperatur. Man stelle sich vor, die Heizung liefe in der Form im Sommer. Jetzt haben wir damit den Vorteil, dass die Räume sozusagen „arbeitswarm“ sind. Man geht außerdem (und das ist nicht zu unterschätzen) ohne Angst auf’s WC. Auch schön. Dass man je soweit käme! Außerdem gehören wir zu den wenigen, die aktuell noch weiterarbeiten können, andernorts sind schon die Putzmaschinen eingefroren oder Elektriker haben quasi auf’m Hacken wieder kehrt gemacht – bei null Grad Kabel verlegen ist kein Traumjob. Und wem auf dem Baustelle nicht zu kalt ist – ja mei, der liegt halt mit ner fetten Erkältung im Bett. Mich hat es Anfang Januar so derb erwischt, dass ich mehrere Tage überhaupt gar nicht aufgestanden bin. Bitte, bitte, bitte: Nicht nochmal!

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Ansonsten ist unsere Eingangstür gerade zu Gast in der warmen Werkstatt des Restaurators. Und der fand auf eben jener (auf der Tür, nicht auf der Werkstatt wohlgemerkt) Reste eines roten Anstriches. Jetzt überlegt mein Chefarchitekt, sich für diese Farbe zu entscheiden. Dafür gibt es gute historische Gründe: Der Farbbefund ist ja da – und außerdem wurden Türen früher sehr oft anders gestrichen als Fenster. Nun weiß ich, dass er ein extrem gutes Farbgefühl hat, aber irgendwie muss ich mich erstmal damit anfreunden. Für Farben brauch ich immer ne Weile. Deshalb guck ich mir die – sozusagen als Dummy schonmal im Ziel-Rot angestrichene – Baustellentür immer wieder an und frag mich: Sieht das aus? Isses das? Ehrlich, es gibt viele Fragen im Leben, die ich mit weit größerer Leichtigkeit beantworte. Muss ausgerechnet die Tür, die mir beim ersten Sehen unseres Hauses solchen Eindruck machte, mir so eine schwierige Aufgabe stellen? Muss das sein? Allerdings stelle ich grade fest, dass das Rot auf dem Foto weit leuchtender wirkt als im Original. Und hehe, das macht die Sache nicht einfacher. Bitte keine Kommentare zu der Geschichte mit der Farbe. Wer mag, komme her und schaue sich das vor Ort an. Am besten in Arbeitsklamotten.

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